Theorie

Theorie des Qigong

Die Theorie des Qigong umfasst die Theorie der chinesischen Philosophie und Medizin, die Theorie einzelner Qigong-Richtungen und -Formen, sowie modernere Versuche, es mit westliche Denkweisen in Beziehung zu setzen.


Zwei Texte zum Fan Teng Gong

Im ersten Text "Qigong bei Krebs" gibt Edith Guba eine Übersicht zu verschiedenen wissenschaftlichen Untersuchungen zu diesem Thema und zitiert Auszüge aus dem Tagebuch einer Kursteilnehmerin der Dao Yuan Schule, in dem diese ihre Erfahrungen mit dem Fan Teng Gong sehr anschaulich schildert. Fan Teng Gong, dessen Namen eigentlich mit "Übungen, die es allen ermöglichen, sich im Qigong zu entwickeln" am besten übersetzt wird, hatte zur Zeit seiner Verbreitung in der Öffentlichkeit den Beinamen "Qigong für schwer zu behandelnde Krankheiten, inklusive Krebs." Damals gab es ein einziges weiteres Qigong, welches einige Jahre vorher in die Öffentlichkeit gebracht worden war, nämlich das "Xi Xi Hu", ein Qigong im Gehen, zu welchem ebenfalls viele Beobachtungen in Bezug auf Verbesserungen bei Krebs bekannt waren. Während das "Xi Xi Hu" 4 Stunden hintereinander geübt werden sollte, reichen beim Fan Teng Gong - sobald wieder eine gewisse Stabilität erreicht wurde - zwei Übungsrunden à ca. 40 Minuten pro Tag. Zu Beginn werden hier zunächst die vierzig Minuten aufgebaut, dies geschieht nach folgendem Muster: "schlafen - üben - essen - schlafen - üben - essen" usw. So wird es auch geschwächten Personen möglich, relativ schnell wieder Kräfte aufzubauen, um die 2x40 Minuten "durchzustehen" oder "auszusitzen" - was auch möglich ist..

Außerdem finden Sie in der rechten Spalte auch den kommentierten, oben zitierten Erfahrungsbericht.


Jing, Qi, Shen - hier zum Thema "Jing"

Erläuterung der chinesischen Medizin (Xie Zhufan) und des Qigong (Guo Bingsen)

The term 精 [jing] has a dual meaning: in the broad sense it refers to the fundamental substance that constitutes the human body and maintains human live and in the narrow sense it refers to the reproductive essence, particularly of the male (namely, semen). In the theory of qi, the word *精 [jing] is used in its broad sense, and most authors take essence as its equivalent, while a few authors render it as “essence of life" or "vital essence".

Der Begriff "Jing" hat eine doppelte Bedeutung: im weiten Sinn bezieht er sich auf die grundlegende Substanz, die den menschlichen Körper konstituiert und das menschliche Leben erhält, und im engen Sinn bezieht er sich auf die Essenz der Reproduktion, speziell des Mannes (dito des Spermas). In der Theorie des Qi wird der Begriff "Jing" im weiten Sinn verwendet und die meisten Autoren wählen "Essenz" als äquivalenten Begriff, während einige Autoren "Lebens-Essenz" oder "vitale Essenz" bevorzugen.

Aus "On the Standard Nomenclature of Traditional Chinese Medicine, Xue Zhufan

Guo Bingsen, Qigong in Theorie und Praxis, Allgemeine Grundlagen, FAN TENG GONG, Das heilende Qigong, 1. Auflage 1998, Bremen, Sujet Verlag

Anmerkung: Hinzu kommen zum Verständis des Jing im Begriff des Qigong die unterschiedlichen Bezeichnungen des Jing in den Nieren und des während des Übens in die Mundhöhle gestiegenen Jing: ersteres nennt man "trübes Jing", das zweite nennt man "reines Jing". Dieses reine Jing wird in drei Portionen hinunter zum Unterbauch - in der Vorstellung bis ins untere Dantian - geschluckt. Dort verwandelt es sich im Verständnis des Qigong in Qi und steht uns zur Verfügung wie alles im Qigong aufgenommene Qi: für die eigene Gesundheit und - ist viel davon akkumuliert - auch zum Aussenden.

Dies hatte Guo Bingsen kurz vor seinem Abschied aus dem Westen in einem Artikel für eine TCM-Zeitschrift zum ersten Mal für eine Veröffentlichung freigegeben. Diese Zeitschrift wollte jedoch den Passus mit dem Aussenden nicht drucken. Daraufhin waren wir beide nicht der Meinung, nur die halbe Wahrheit drucken zu lassen - und so wird sie nun hier zum ersten Mal nicht nur an Schüler, sondern auch für alle Leser freigegeben.

Wie an anderer Stelle erwähnt: Die Temperaturveränderungen der Empfänger während des Aussendens von Qi sind - wurden passende Übungen regelmäßig praktiziert - reproduzierbar, siehe z.B. die Thermografien rechts.

Anmerkung: Edith Guba

Was ist Qi?

Die Frage, was "Qi" denn nun eigentlich ist oder sein soll, wird oft gestellt und auch immer wieder beantwortet. Hier ein Ausschnitt aus der Antwort des Qigong-Großmeisters, Professors für Französische Sprache und Gründers der Dao Yuan Schule für Qigong, Guo Bingsen:

Die gleichen drei Schriftzeichen für Qi wie bei Guo Bingsen finden sich übrigens auch bei Carl-Hermann Hempen, im dtv-Atlas Akupunktur. 

Deutscher Taschenbuch Verlag | www.dtv.de | ISBN 978-3-423-03232-2


Schamanismus und Qigong

"Nur, weil etwas gleichzeitig existiert, heißt das noch lange nicht, dass sich unterschiedliche Dinge auseinander entwickeln!" 

So die Antwort von Guo Bingsen auf die Frage eines Schülers, ob sich das Qigong nicht aus dem Schamanismus entwickelt habe.


Literaturempfehlung zum Thema Schamanismus: Klaus E. Müller, SCHAMANISMUS | Heiler, Geister, Rituale | Beck'sche Reihe | ISBN3-406-41872-4

Ein Versuch der Versachlichung dieses Themas. Der Autor war Professor für Ethnologie an der Universität Frankfurt. Das Buch ist antiquarisch bei verschiedenen Anbietern erhältlich.

Klaus E. Müller hatte Musik- und Theaterwissenschaft, Philosophie, Opernregie, Ethnologie und Turkologie mit der Spezialisierung auf Islamwissenschaft und Mongolistik.studiert. Von 1971 bis zu seiner Emeritierung 2004 war Müller Professor für Ethnologie an der Universität Frankfurt am Main. Außerdem war er bis 2004 Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen im Wissenschaftszentrum Nordrhein-Westfalenund am Hanse-Wissenschaftskolleg Delmenhorst. Müller beschäftigte sich mit der Geschichte der Ethnographie, der Ethnologie des Geschlechterkonflikts und mit den elementaren Formen des sozialen Verhaltens. Auch die neue Ethnopädagogik gehörte dazu.                                                                     Zitat: Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Klaus_E._M%C3%BCller

Zähmung der Dämonen entsprechend dem Dao De Jing

Übersetzung von Guo Bingsen und Edith Guba | Chinesisch-Französisch-Deutsch: ISBN 978-3-9809511-1-1 [Fester Einband] und nur Deutsch: ISBN 978-3-9809511-8-0 [Taschenbuch] | Das pdf der deutschen Ausgabe findet sich auf dieser Seite unter "Dao De Jing": https://blog.daoyuanzhai.eu/dao-de-jing.html

Guo Bingsen war Professor für französische Sprache in Dalian und hat in Europa auf Französisch unterrichtet, Edith Guba hat von 1997 bis Ende 2014 fast alle seine Kurse in verschiedenen Städten Europas ins Französische übersetzt. Ab 2015 reiste er nicht mehr nach Europa; vorher hatte er seine Meisterschülerin E. Guba als Nachfolgerin eingesetzt.

Youwei & Wuwei

Guo Bingsen, Qigong in Theorie und Praxis, Allgemeine Grundlagen, FAN TENG GONG, Das heilende Qigong, 1. Auflage 1998, Bremen, Sujet Verlag
Dao Yuan Home
Fan Teng Gong soll regelmäßig praktiziert werden, 1-2 mal ca. 40 Minuten täglich - auch in den Ferien. Dann kann man gute Ergebnisse bekommen.
Foto: Edith Guba
Guo Bingsen im Alter von über 80 Jahren
Guo Bingsen war Französisch-Professor in Dalian, China und hat seine Qigongkurse in Europa in dieser Sprache unterrichtet, Edith Guba übersetzte von 1997 bis Ende 2014 fast alle seine Kurse in verschiedenen Städten Europas. Ab 2015 reiste er nicht mehr nach Europa; vorher hatte er Edith Guba als Nachfolgerin eingesetzt.
Guo Bingsen, Qigong in Theorie und Praxis, 1998, Sujet Verlag, Bremen, ohne ISBN
Da Dao Wu Wei : Das große Dao ist immer im Nicht-Tun.
Foto aus dem Qingcheng Gebirge, etwa 2006, Edith Guba